Negroni in Brera, Mailand - Centro Italia Gazzetta
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Negroni in Brera, Mailand

Negroni in Brera, Mailand

Mailand ist ja bekanntermaßen die Hauptstadt der italienischen Schickeria. Auf den großen Plätzen und Flaniermeilen herrscht allgegenwärtig das sehen und gesehen werden und insbesondere nachts zeigt sich dies in Brera in seiner ganzen pubertären Pracht. Brera ist wohl Mailands hipper Stadtteil, so würde es jemand definieren, der für folgendes Phänomen (so wie ich) eindeutig zu alt ist: Am späten Freitagabend beginnt an der Kreuzung Via Brera und Via Fiori Chiari das große Wuseln. 

Die Straßen sind gefüllt von laut durcheinander plappernden, allerhöchstens 18-jährigen. Wer hier Zigaretten hat ist König. Der Dresscode der Jungs: Enge Jeans, weiße Sneaker und ein weißes Poloshirt von Ralph Lauren. Wichtigstes Accessoir ist der lässig im Arm geklemmte Motorradhelm, um den begehrten Damen unterschwellig zu vermitteln, dass man sofort zusammen abhauen könnte. Die Mädels: Knappe Kleider oder Röcke kombiniert mit groben, nietenbesetzten Boots und mutig dosiertem Makeup. 



Gegen ohrenbetäubendes Geplapper hilft nur eins...

Die Atmosphäre hat etwas von Aufbruch: Wie rosa Flamingos, die sich versammeln, um dann gen Süden zu ziehen. Doch diese jungen Menschen ziehen nirgendwo hin. Sie wechseln ab und an die Grüppchen, weil neue oder alte Freunde aufkreuzen. Anscheinend finden diese jungen Italiener das Socializen wichtiger als das Tanzen in Trance, so wie es in den Clubs von Berlin üblich ist. Ist mir eigentlich ganz sympathisch, aber dieses ohrenbetäubende Geplapper halte ich als Alman nur mit einem Negroni aus. Ein Teil Campari Bitter, ein Teil Vermouth und ein Teil Gin, serviert im eiskalten Tumbler. Es wirkt. Das Schnattern verschwimmt zu Cluster. Fast wie Meeresrauschen.

Autor: Jacob Coenders

 

Kapriol Dry Gin von Distilleria dell'alpe
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