Italiens Top 10 Weine

Italiens Top 10 Weine

Italiens Top 10 Weine

Jede italienische Region hat ihre natürlichen und kulturellen Gegebenheiten und genau darum fahren wir ja auch so gerne Jahr für Jahr dorthin. Die Italiener wissen wie sehr ihre kulinarischen Perlen begehrt sind. Um die zweifelsfreie Originalität und Qualität zu bewahren und zu schützen, wurden sogenannte Appellationen eingeführt. Zum Beispiel sind IGP (Indicazione Geografica Protetta) oder DOC (Denominazione di origine controllata) solche Appellationen. 

Da jede Region ihre klimatischen Eigenheiten hat, sind die meisten Rebsorten in ihren Gebieten seit langer Zeit zuhause. Reben sind nun mal Pflanzen und die reagieren ja bekanntermaßen sehr empfindlich auf ihre Umgebung. So ist es evolutionär bedingt, dass ein Sauvignon Blanc sich in eher kühleren Gefilden wohl fühlt, als zum Beispiel der Primitivo, der im heißen Apulien beheimatet ist. Natürlich gibt es zahlreiche Ausnahmen. So kann man hervorragenden Chardonnay aus Rheinhessen oder auch Sizilien trinken. Die folgenden Weine sind nicht nur typisch italienisch, sie machen Italien zu einer einzigartigen Weinnation.

Primitivo 

Mit dem Everybodies Darling Primitivo meinen wir meistens den Primitivo di Manduria. Manduria ist das größte Primitivo-Anbaugebiet in Apulien. Fun Fact: Der Primitivo Wein ist eigentlich kein “echter” Italiener. Die Rebsorte stammt wohl ursprünglich aus Kroatien, wo sie den Namen Crljenak trägt. Aus dieser Sorte entstammen einerseits der italienische Abkömmling sowie der kalifornische Zinfandel. Seit erst ca. 250 Jahren ist der Primitivo Wein in Apulien zuhause. Der Name spielt übrigens auf die frühe Reife der Traube an. Zudem werden die Weine aufgrund des hohen Zuckergehalts oft halbtrocken und mit bis zu 15% nicht wirklich filigran.

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Der Primitivo di Manduria ist genau deshalb zurzeit sehr beliebt, doch auch weil viele weihnachtliche Eindrücke aufkommen. Typisch sind Aromen wie Zimt, Nelken, reife Waldfrüchte, dazu ein kräftiger, halbtrockener Geschmack. Dank seiner samtigen Gerbstoffe ist das Mundgefühl sehr angenehm und harmonisch. Daher eignet sich der Primitivo Wein hervorragend zu Fleischgerichten wie Lamm oder Rind. Oft bekommt man sehr viel Wein für seinen bezahlten Primitivo. Neben vielen Schnappern, gibt es natürlich auch sehr hochwertige und preisintensivere Tropfen.

Lugana

Der Lugana ist das weiße Pendant zum Primitivo. Auch er ist sehr beliebt, vor allem in Deutschland. Das Weinbaugebiet Lugana liegt südlich des Gardasees und wurde schon in der Antike mit Wein bewirtschaftet. Hier ist das Klima mild und vom Gardasee weht stets ein frischer Wind. Darum fühlt sich hier der Trebbiano di Lugana oder Turbiana ganz besonder wohl. Die Rebsorte des Luganas ist im Anbau keinesfalls zimperlich und vermag es den kalkhaltigen Böden diese einzigartige Mineralik zu entnehmen. Das Bouquet eines Luganas offenbart herrliche florale Noten sowie Aromen von Mandel, Apfel, Zitrone und Eukalyptus. Im Trunk zeigt er sich fruchtig, trocken und mineralisch. Da kaum Gerbstoffe enthalten sind, ist das Mundgefühl sehr angenehm und elegant. 

Barolo

Wein der Könige und König der Weine. So wurde der Barolo in der Literatur noch und nöcher besungen. Er ist neben dem Amarone sowie Brunello di Montalcino eine der drei Gallionsfiguren der italienischen Weintradition. Er ist zudem die Erfolgsstory des französischen Önologen Louis Oudart. Im Jahre 1850 engagierte die Marchesa Giulia Falletti di Barolo den Experten, um ein grundlegendes Problem zu lösen: Da der Nebbiolo sehr spät reift, fällt der Gärungsprozess in den Wintereinbruch. Im frischen, piemonteser Winter wurde es der alkoholischen Gärung schlichtweg zu kalt und kam daher oft zum Erliegen. Dem Önologen Oudart war dieses Gärproblem schon aus der Champagne bekannt. Er legte neue, unterirdische Keller an, um die Raumtemperatur stabil zu halten. Und so konnte der Barolo endlich die Adelshäuser und später den Rest der Welt im Sturm erobern.

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Heute werden im berühmten Langhe Gebiet Barolo Weine gekeltert, die es ohne Mühe mit den großen Pinot Noirs der Bourgogne aufnehmen können. Er wird zudem aus 100% Nebbiolo gemacht. Mindestens 38 Monate muss er reifen, 18 Monate davon im Holzfass. Ein Riserva darf erst nach ganzen 62 Monaten in den Handel. Ein wichtiges Merkmal ist seine helle Farbe. Tendiert diese ins Orange, hat man einen schön gereiften Barolo vor sich. Jeder Weinliebhaber sollte diesen Wein auf der Bucket List haben. Er kann eine wahre Offenbarung sein, denn sein ätherisch duftendes Bouquet voll roter, reifer Früchte und der kräftige, doch elegante Geschmack hinterlassen oft Sehnsucht nach noch mehr Barolo.

Amarone della Valpolicella

Nördlich von Verona liegt das Anbaugebiet des Amarone namens Valpolicella. Der Name leitet sich von den typischen Bitternoten ab. Er ist ein weiterer Bucket List-Wein, da sein kräftiges, voluminöses und vielschichtiges Auftreten am Gaumen für viele eine ganz neue Erfahrung ist. Zudem ist die Machart eines Amarone sehr außergewöhnlich. Er besteht aus überwiegend Corvina sowie in kleineren Mengen Rondinella. Die Beeren stammen meist von den ältesten Reben der Parzelle. Nach der Lese erfolgt das sogenannte Appassiomento-Verfahren. Über zwei bis vier Monate rosinieren die Beeren, sprich, sie verlieren durch das Verdunsten des Traubensaftes rund die Hälfte ihres Gewichtes. Die Folge ist ein konzentrierter Zuckergehalt, weshalb ein Amarone mindestens 15% hat. 

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Trocken wird er dann noch nicht, denn bei diesem Alkoholgehalt sterben die Zucker fressenden Hefen ab und die Gärung ist abgeschlossen. Lässt man die Maische dann für eine Weile ruhen, setzt das magische Miracolo dell’Amarone ein. Ein paar Hefen sind nämlich doch alkoholresistent und verspeisen den Restzucker. Der trockene Amarone hat dann bis zu stolze 17% Alkoholgehalt. Dieser sehr üppige Wein mag vielleicht nicht für jeden geeignet sein. Doch die Aromenfülle steht ganz für sich allein. Mir gefällt dieser Wein so sehr, weil er nicht gefällig ist. Einen Amarone zu trinken, ist eine Kategorie für sich, die entweder große Lust auf mehr entfacht, oder schlichtweg zu viel ist für den Weinliebhaber. Auf jeden Fall probieren, denn ein Erlebnis ist es allemal.

Brunello di Montalcino

Montalcino ist ein kleines, süßes Städtchen auf einem toskanischen Hügel südlich von Siena. Hier schuf im Jahre 1888 Ferruccio Biondi Santi in seiner Tenuta il Greppo eine italienische Legende: den Brunello di Montalcino. Zuerst leistete er mit der Erschaffung des Sangiovese-Klons Sangiovese Grosso oder auch Brunello genannt, wichtige Pionierarbeit. Seine Vision war ein toskanisches Pendant zum Barolo zu schaffen. Kurzum machte er aus seinem reinsortigen Sangiovese Grosso einen Wein nach dem Muster eines Barolos. Und schrieb damit Geschichte. Erst 1960 wurde die Monopolstellung von Biondi Santi aufgelöst und der Brunello di Montalcino wurde Gemeingut. 

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Dafür wurden jedoch sehr strenge Regularien geschaffen: Erst fünf Jahre nach der Lese darf ein Brunello in den Handel gelangen, davon muss er mindestens zwei Jahre im Eichen- oder Kastanienholzfass ausgebaut sein sowie mehr als vier Monate Flaschenruhe hinter sich haben. Zudem ist der Ertrag begrenzt und außerhalb des Brunello-Gebiets darf kein Wein als ein solcher bezeichnet werden. Und der wichtigste Punkt: Ein Brunello di Montalcino muss ein sortenreiner Sangiovese Grosso sein. Ferruccio Biondi Santi hat sich mit dem Brunello di Montalcino ein Denkmal geschaffen und der Welt ein Genussmittel geschenkt, das den geneigten Weintrinker für einen Moment in eine ganz eigene Welt entführt. Also bitte ganz oben auf die Bucket List setzen.

Vermentino

Diesem Weißwein wirst du überall in Italien begegnen. Von Sardinien bis Toskana ist er weit verbreitet und seit eh und je heiß geliebt und kalt getrunken. In Ligurien wird der Vermentino sogar seit dem 14. Jahrhundert angebaut. Zudem ist er mit den Rebsorten Malvasia und Favorita verwandt. Geschmacklich ist der Vermentino typischerweise vollmundig, mineralisch und kann mit seiner frischen Säure sowie leicht bitteren Noten auch ein wahrer Charakterwein sein. Darum findet man den Vermentino nicht nur oft als Hauswein einer Trattoria wieder. Auch sehr hochwertig gemachte Weine können selbst anspruchsvollste Connaisseure die Augen bzw. den Gaumen verdrehen. Neben dem Lugana und Grillo ist der Vermentino die wichtigste weiße Rebsorte Italiens.

Sangiovese 

Wenn mich jemand fragen würde, welche Rebsorte wirklich typisch italienisch ist, wäre meine Antwort immer: Sangiovese! Warum? Weil der Sangiovese definitiv zu den meist angebauten Sorten in ganz Italien gehört und weil er DIE toskanische Rebsorte ist. Ein Chianti muss mindestens 80% Sangiovese beinhalten. Er ist in der Toskana allgegenwärtig. Qualitativ reicht sein Potential vom einfachen Tischwein bis zu weltweit gefeierten Legenden. Zudem ist die Spielart Sangiovese Grosso im Brunello di Montalcino, Rosso di Montalcino als auch im Vino Nobile di Montepulciano vorhanden. 

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Das Geschmacksprofil lässt sich in der Regel als würzig, fruchtig und tanninreich umschreiben. Sofern der Winzer einen Sangiovese gut ausbalanciert und recht fein reifen lässt, können mit dem hohen Gehalt von Säure und Gerbstoffen unglaublich vielschichtige sowie herrlich konzentrierte Weine entstehen. Typische Aromen sind Brombeere, Johannisbeere sowie Sauerkirsche. Zudem lässt ein gereifter Sangiovese auch gern mal würzige Noten wie Nelke, Leder, Tabak oder Lakritze anklingen. Was den Sangiovese und seine Heimat die Toskana wirklich auszeichnen, sind die sehr fairen Preise. Die Winzer offenbaren ihre ganze Welt oft für weniger als 25€ und darum lohnt sich ein guter Sangiovese in jedem Fall.

Supertoskaner

Die Erfindung der Supertoskaner war der beste Weg mit der Tradition zu brechen und gleichzeitig eine neue zu schaffen. Das Wort Supertoskaner ist kein offizieller Begriff, sondern eine Wortneuschöpfung aus dem internationalen Weinjournalismus der 1970er Jahre. Gemeint ist damit ein toskanischer Wein, der mit den gesetzlichen Vorgaben des traditionellen Weinbaus bewusst und meist auch gekonnt bricht. Dafür verantwortlich war ein mutiger Mann namens Piero Antinori. Der Graf aus Florenz erbte mit jungen 28 Jahren eine Dynastie mit vielen Weingütern. Er begann zusammen mit dem Önologen Giacomo Tachis damit, die technischen Anlagen für die Gärung und Abfüllung aufzuwerten. Doch die Revolution leiteten sie mit der Erziehung französischer Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Franc ein. 

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1970 landete Piero Antinori mit dem Tignanello den ersten großen Wurf. 1978 folgte der Solaia. Im Windschatten dieses Erfolgs war es schließlich auch dem legendären Sassicaia möglich, sich in die Geschichtsbücher einzutragen. Erst kam den Supertoskanern die geringste der offiziellen Qualitätsstufen VDT zuteil. Bis heute schmückt die IGT/IGP-Appellation den die meisten Flaschenhälse der eigenwilligen Weine, mit Ausnahme des Sassicaia, der schließlich 2013 eine eigene DOC erhielt. Die Supertoskaner sind mittlerweile ein sehr wichtiger Bestandteil der toskanischen Weinkultur. Sie haben gezeigt, dass sie mit ihrer überragenden Qualität der Weinregion Toskana mehr dienlich als schädlich sind. Gleichzeitig haben sie eine neue Tradition geschaffen, auf die Italien stolz sein kann.

Grillo 

Der Grillo ist eigentlich einer der wichtigsten Weißweine Italiens, da er den Fokus auf die aufstrebenden Weingebiete von Sizilien lenkt. Die Insel ist für viele ein blinder Fleck, zumindest was den Wein angeht. Zum Glück geht der Trend derzeit in die entgegengesetzte Richtung, denn Sizilien ist ein immer beliebter werdendes Urlaubsziel. Aus dem Grillo wird zudem der berühmte Likörwein Marsala gemacht. 

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Die Traube wird seit Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in der nordwestlichen Ecke Trapani großflächig angebaut. Nach der Reblauskatastrophe 1880 wurde die Sorte aus Apulien importiert, da ihre Wurzeln sich von der Reblaus nichts anhaben ließen. Seitdem ist die Traube Synonym für die sizilianische Weinkultur. Der reinsortige Grillo ist ein sommerlicher, frischer und fruchtiger Weißwein. Typisch sind Aromen wie Zitrone und Orange sowie bittere Noten wie Mandel und Birne. Gute, kulinarische Qualität kostet auf Sizilien ohnehin nicht viel. Genau deshalb ist der Grillo der perfekte Einsteigerwein.

Lambrusco

Derzeit ist der Lambrusco dabei seinen Ruf als Fuselbrause mit Kater-Garantie abzuschütteln. Die Qualität hat sich enorm gesteigert, auch weil der Kunde sehr gerne dafür zahlt. Der Übersetzung nach, heißt Lambrusco schlichtweg Wildrebe. Die vier relevanten DOC-Gebiete sind Sorbara, Grasparossa di Castelvetro sowie Salamino di Santa Croce und Mantovano. Sie liegen in der Emilia-Romagna, teilweise auch in der Lombardei wie der Mantovano. Praktischerweise heißen die Spielarten der Rebsorte genau so wie ihre Gebiete. Je nach nach Herkunft können sich die Stile stark unterschieden. 

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So kommt ein Lambrusco di Sorbara sehr elegant und frisch daher, ein Exemplar aus Grasparossa eher kräftig. Üblicherweise entsteht die Kohlensäure in der zweiten Gärung im Drucktank. Jedoch gibt es auch einige Weingüter, die noch die gute alte Flaschengärung Metodo Classico anwenden. Darum ist der Lambrusco keinesfalls als Fuselgetränk über den Kamm zu scheren. Er kommt schließlich auch als edler Spumante daher. Schön zu sehen, wie ein Kultgetränk zurecht die längst überfällige Renaissance feiert.

Autor: Jacob Coenders

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